Kaffeeflecken auf dem Lebenslauf gehen nicht

Die gute Nachricht vorab: die Noten sind nicht unbedingt ausschlaggebend. „Die sind eh kaum noch vergleichbar. Wichtiger sind Aspekte wie: wie kommunikativ sind die Bewerber, wie präsentieren sie sich?“, erklärt die Personalleiterin der Volksbank Mönchengladbach, Petra Sassenhausen. Rund 130 Bewerbungen landen im Jahr auf ihrem Tisch und auf dem von Daniel Schermesser, Personalentwickler der Bank: „Die Zahl ist ausreichend, um unsere fünf Ausbildungsplätze zu besetzen.“

Die meisten würden sich in den Schulferien bewerben. „Um allen Interessierten gerecht zu werden, machen wir im Frühjahr und im Herbst je ein Assesment Center. Das ist bereits die zweite Stufe unseres Bewerbungsverfahren, an dem bis zu 60 `Kandidaten´ teilnehmen.“ Bereits am vorgeschalteten Kennenlerntag hören die beiden Personalexperten die unterschiedlichsten Argumente und Gründe für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz bei der Volksbank. „ Viele haben nur wenige bis gar keine Vorstellungen vom Beruf eines Bankkaufmanns. Im vergangenen Jahr war sogar jemand völlig perplex, als er hörte, dass er in diesem Beruf Kunden beraten soll“, schmunzelt Petra Sassenhausen. Aber dies sei, Gott sei Dank, eine Ausnahme.

Die Volksbank Mönchengladbach tut eine Menge, um die potenziellen „Kolleg(inn)en“ schon früh für den Beruf des Bankkaufmanns zu interessieren. „Wir müssen uns dabei schon von unseren Mitbewerbern absetzen“, so Daniel Schermesser „denn die Schulen sind heute sehr umworben. Viele Unternehmen versuchen einen Fuß in die Türen der Klassenzimmer zu bekommen.“ Langsam zahle sich aus, dass die Kollegen aus der Volksbank in die Klassen gehen und über ihren Beruf erzählen, weiß er: „In den Bewerbungen ist mehr und mehr zu lesen, dass die Schüler sich bewerben, weil ihnen unsere Präsentation gefallen hat.“ Traditionell würden eher Bewerbungen geschrieben, „die durch den Zuspruch der Familie oder dem Blick auf unsere Homepage motiviert sind, oder durch ein Praktikum angestoßen wurden.“

Das „dicke Pfund“, mit dem die Volksbanker werben können, „ist die familiäre Atmosphäre. Bei uns lernen die Azubis noch jede Abteilung kennen. Das geht in großen Unternehmen nicht, wie wollen Sie das mit 50 Auszubildenden auch machen?“, resümiert Sassenhausen. Die Bewerber seien froh, dass sie bei ihren ersten Begegnungen auf aufgeschlossene und lockere Gesprächspartner treffen: „Das gibt ihnen Sicherheit.“

Petra Sassenhausen ist sehr zufrieden, dass sie im Grunde keine Werbung machen müssen: „Wir können uns wirklich nicht über ein mangelndes Interesse beklagen.“ Im Gegenteil, es gibt Überlegungen, die Qualität der Anforderungen zu überdenken, „denn wir wollen natürlich, wie alle anderen auch, nur die nach unserer Meinung Besten.“ Und: „Neben Abiturienten können sich natürlich gerne auch Realschüler und Höhere Handelsschüler bewerben.“

Daniel Schermesser und Petra Sassenhausen haben ein paar Tipps, den junge Menschen beherzigen sollten, egal wo sie sich bewerben: “Wichtig ist, dass die Bewerbung transparent ist. D.h., die Bewerber sollen z.B. ruhig offenlegen, warum zwischen dem Schulabschluss und Bewerbung ein Jahr pause liegt. Das macht es uns einfacher, den Menschen hinter der Bewerbung kennenzulernen. Die jungen Menschen sollen sich auf jeden Fall gut vorbereiten, sie sollten sich über das jeweilige Unternehmen gut informieren. Was natürlich Grundvoraussetzung ist: die Unterlagen sollten in einem tadellosen Zustand sein. Kaffeeflecken auf dem Lebenslauf gehen gar nicht.“

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

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