Im Fokus: Kündigungen

unternehmensrecht-kuendigungWenn sich der Arbeitgeber vornimmt seinen Arbeitnehmer zu kündigen, muss er dafür einen triftigen Grund anbringen. Dies gilt nicht, wenn der Arbeitnehmer weniger als sechs Monate beschäftigt ist und der Betrieb weniger als 10 Vollzeitmitarbeiter beschäftigt. Ist dies jedoch nicht der Fall, dann kann der Arbeitgeber auf folgenden betrieblichen, persönlichen oder verhaltensbedingten Gründen kündigen.

Dafür kommt § 1 des Kündigungsschutzgesetzes zur Anwendung. Bei schwerwiegenden Gründen muss eine außerordentliche Kündigung geprüft werden. Die Begründung kann man Fall zu Fall unterschiedlich sein. Die wichtigsten Gründe gibt es in dem Überblick. Um sich als Arbeitgeber auf der sicheren Seite zu fühlen, kann man sich auch professionell beraten lassen.

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Betriebsbedingte Kündigung:

Der Arbeitgeber muss beim Aussprechen einer betriebsbedingten Kündigung nachweisen können, dass betriebliche Erfordernisse für diese Entscheidung vorliegen. Dies können z. B. folgende Begründungen sein: Absatzschwierigkeiten und als Folge Umsatzrückgang, Rückgang von Aufträgen, Stilllegung des Betriebs, Fremdvergabe von Arbeiten, Wegfall von Drittmitteln, oder Witterungsgründe.

Personenbedingte Kündigung:

Eine personenbedingte Kündigung liegt vor, wenn ein Mitarbeiter aufgrund körperlicher, charakterlicher, fachlicher oder aus gesundheitlichen Gründen seine Tätigkeit nicht mehr ordnungsgemäß ausführen kann. Durch den Ausfall wurden die betrieblichen Abläufe erheblich gestört, dass man es dem Arbeitgeber nicht mehr länger zumuten kann, den Arbeitnehmer im Unternehmen zu beschäftigen. Am meisten kommen die krankheitsbedingten Kündigungen heutzutage vor. Wenn eine ärztliche Gesundheitsprognose vorliegt, welche negativ ist, dann ist diese Kündigung gerechtfertigt. Der Mitarbeiter ist dauerhaft nicht mehr in der Lage im Unternehmen seine Arbeit zu verrichten.

Zu den Gründen zählen auch: lang andauernde Kündigungen, häufige Kurzerkrankungen, welche sechs Wochen pro Jahr überschreiten, krankheitsbedingte Minderung der Leistung, wobei die normale Arbeitsleistung zu 30 Prozent beeinträchtigt wird. Auch der Verlust des Führerscheins, wenn er für die Arbeit zwingend notwendig ist, kann zu einer personenbedingten Kündigung führen. Hinzukommt das Verbüßen einer Freiheitsstrafen, wenn der Mitarbeiter auf Dauer daran gehindert ist, seiner Arbeit nachzugehen.

Verhaltensbedingte Kündigung:

Eine verhaltensbedingte Kündigung wird ausgesprochen, wenn ein Mitarbeiter laut Arbeitsvertrag, Gesetz oder Tarifvertrag seine Leistungspflichten verletzt und so Einfluss auf ein Fehlverhalten nimmt. Es ist jedoch eine Abmahnung erforderlich, um eine verhaltensbedingte Kündigung aussprechen zu können. Außerdem zählen weitere Gründe zu einer verhaltensbedingten Kündigung: Verstoße gegen das gesetzliche Alkoholverbot, Verstoß gegen sofortige Anzeigepflicht bei Krankheit, wenn Tätigkeiten während der Arbeitsunfähigkeit ausgeführt werden.

Weitere Gründe sind: Leistungsmängel, unentschuldigtes Fehlen, häufige Unpünktlichkeit, Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen, unerlaubte Nebentätigkeit, strafbare Handlungen während der Arbeitszeit, Tätlichkeiten im Betrieb, rechtsradikale Meinungsäußerung, sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz, private Internetnutzung, Verstoß gegen Rauchverbot, private Telefonate, zahlreiche Lohnpfändungen und Beleidigungen gegen den Arbeitgeber.

Außerordentliche Kündigungen:

Eine außerordentliche oder fristlose Kündigung liegt vor, wenn dem Arbeitgeber keine Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers zuzumuten ist. Dies muss allerdings gerechtfertigt sein. Es liegt in der Regel ein Fehlverhalten des Arbeitnehmers vor. Nach der aktuellen Rechtslage kann dies auf folgenden Gründen geschehen: Alkoholmissbrauchen bei Lkw- Fahrern, Bauarbeitern oder einem Arzt, Androhung einer Krankmeldung, wenn kein Urlaub bewilligt wurde. Besonders schwer wiegende Ausländerfeindlichkeiten in mehreren Fällen. Schwere Beleidigungen gegen den Arbeitgeber.

Annahme von Schmiergeld oder Zuwendungen, wenn der Mitarbeiter gegen die Pflicht verstößt. Diebstahl aus dem Betrieb, oder Vermögen. Verstoß gegen ein ausdrückliches Verbot bei der Internetnutzung. Das Vortäuschen einer Arbeitsunfähigkeit, um dann gleichzeitig einen anderen Job nachzugehen, ist verboten.

Bild von „†OnlyByGrace“ via flickr.com

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