Was bedeutet virtuelles Business

b2b-virtuelles-businessDas virtuelle Business ist sozusagen das Gegenmodell zu einem Unternehmen mit eigenen Immobilien, eigenem Warenlager und auch noch eigenen Verkaufsstellen. Stattdessen handelt es sich um ein innovatives Unternehmen – oftmals in der Start- oder Gründungsphase -, welches ein Netzwerk aus eigenen Angestellten und Ressourcen sowie Freelancern und Zulieferern knüpft.

Virtuelles Business bedeutet eine sehr hohe Flexibilität, möglichst niedrige Fixkostenblöcke und zudem eine sehr intensive Zusammenarbeit der Einzelnen miteinander. Der Vorteil der hohen Flexibilität ist aber auch mit Nachteilen verbunden: Da sehr viele Leistungen auf dem Markt zugekauft werden müssen, sind die Einstandskosten pro geleisteter Arbeitsstunde auf den ersten Blick höher.

Virtuelles Business bedeutet aber auch: Möglichst wenig eigene Personaldispositionen vorzunehmen und beispielsweise auch keine Notwendigkeit, Ersatzpersonale für den Fall von Krankheit oder Urlaub vorzuhalten. Die wesentlichen Dienstleistungen werden von Partnern erbracht, die selbst für die zeitnahe Bereitstellung der beauftragten Leistungen geradestehen.

Jobmotor oder Vorbote einer neuen Risikoteilung

In der wirtschafts- und sozialpolitischen Diskussion ist die zunehmende Zersplitterung von Unternehmen aber auch oftmals mit Kritik behaftet: Das frühere „Normal-Arbeitsverhältnis“ würde aufgelöst werden und für die Freelancer bzw. Solo Selbständigen gäbe es wesentlich weniger soziale Absicherung als früher.

Diese Betrachtungsweise übersieht allerdings, dass die einzelnen Freelancer – anders als bei einem Beschäftigungsverhältnis nach Tarifvertrag – jeden einzelnen Auftrag frei kalkulieren können. Damit ergeben sich auch erhebliche Einkommenschancen insbesondere dann, wenn der Freiberufler eine Leistung anbietet, der am Markt sehr nachgefragt ist.

Schon fast eine traditionelle Erscheinungsform

Allerdings ist das Auftreten von Geschäftsmodellen des virtuellen Businesses keine Erscheinung der Neu- oder Jetztzeit. Ähnliche Zusammenarbeitsformen gab es immer schon – auch mit niedrigerem Technologieeinsatz. Denken Sie an einen Großhändler mit selbständigen Handelsvertretern und ohne eigenes Warenlager.

Bestellungen wurden und werden dann als eine Art „Streckengeschäft“ ausgeführt ohne dass die Ware das Lager oder den Geschäftsbetrieb des Großhändlers erreicht. Stattdessen liefert eine Spedition direkt vom Hersteller an den Endkunden. Basis dieser Frühform eines virtuellen Businesses ist eine Exklusivvereinbarung zwischen Hersteller und Großhändler mit der Aussage, dass der Hersteller nicht direkt an den Endkunden herantritt.

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